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Nach einer knappen Woche in Valencia, einer freundlichen Stadt voller Energie (trotz der auch dort unübersehbaren Wirtschaftskrise) bin ich in Málaga gelandet, wo am Samstag mein Workshop beginnt. Die Menschen hier sehen verschlossener aus, viele traurig. Kaum jemand lächelt. In Kneipen, Hostels und einer Tanzschule frage ich nach einem Arbeitsraum (den wir für unseren Workshop brauchen und gerne mieten würden). Freundliche Antworten. Man rufe mich an, wenn man etwas habe.Auch der Mitarbeiter von Coworking Malaga verspricht einen Rückruf des Chefs.

In einer Kneipe muss ich zwei Essen statt einem bezahlen, weil ich mit meinem lausigen Spanisch den Kellner falsch verstanden habe (oder er mich oder wir einander) und ich so ein zweites Gericht serviert komme, das ich gar nicht haben wollte und auch nicht mehr essen kann. Mir liegt schon das eine wie Blei im Magen. Während ich mein Feuerzeug suche bietet mir eine junge Russin Feuer an und lächelt auffordernd. Gleich mit dem zweiten Satz wil sie mich ein Hotel abschleppen. Eine Verzweifelte auf Kundensuche in einer fast menschenleeren Innenstadt.

In Valencia duzen sich fast alle, hier nicht. Mehr noch als dort stehen hier Häuser und Wohnungen zum Verkauf. An fast jedem Gebäude prangt ein Schild „zu verkaufen“ oder „zu vermieten“. Die Touristensaison ist vorbei. Die Nächte werden kühl. Die Rezeptionistin im kleinen Hotel Domus schließt um 23 Uhr ab und verschwindet. „Todo cerrado“, alles zu.

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